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Reisebericht Zypern

Zypern – gerne wieder

Eigentlich sollte der diesjährige Urlaub auf Wunsch eines einzelnen Herren :-) nach Kroatien führen, aber da kein Plätzchen zu finden war, an dem sich Tauchbasis und Sandstrand (auf Wunsch einer einzelnen Dame :-)) vereinen ließen, einigten wir uns auf eine Reise nach Zypern.
Wieder so ein Land, von dem ich noch vor Jahren nie geglaubt hätte, dass ich es je bereisen würde ...

Zum Glück war ich durch die anfängliche Enttäuschung bei meiner Ankunft auf Malta im vergangenen Jahr in gewisser Weise nicht mehr zu schocken, wenn ich an Vegetation und Landschaft dachte. Deshalb blieb ich diesmal auch ganz ruhig, als ich beim Anflug auf den Flughafen von Larnaca aus dem Fenster wenig Grün und kaum Bäume sah – meine Stimmung wollte ich mir in diesem Jahr gar nicht erst trüben lassen, auch nicht für einen Moment.
Beim Ausstieg war es auch diesmal wieder so, dass die Sonne und Wärme dieses Landes mich sofort einfingen, und das ist dieser gewisse Moment, in dem ich immer neu denke, „Hier will ich bleiben – immer!“ Wenn sich das später noch mit dem Fühlen des Wassers – im wahrsten Sinne des Wortes – verbindet, wünsche ich mir tatsächlich, den Mut zum Aussteigen aus meinem bisherigen Leben zu haben. Ich weiß, dass das sehr „blauäugig“ gedacht ist, aber auch wenn es Urlaubsstimmung pur ist, so habe ich doch immer das Gefühl, dass man sich in sonnigen, warmen Ländern einfach wohler fühlen MUSS, weil das Lebensgefühl ganz anders ist, als in einem Land mit kalten, trüben, ungemütlichen, grauen ... Tagen.

Foto: Blick auf's Meer
Blick auf's Meer

Der Bus fuhr uns von Larnaca zu unserem Urlaubsort Protaras und ich freute mich darüber, je länger wir in diese Richtung fuhren, mehr und mehr blühende Büsche und Palmen (meine geliebten Palmen) zu sehen.
Die Autobahn nach Protaras ist sehr gut ausgebaut und es gab viel zu sehen, auch viel Gegensätzliches. Tolle neue Häuser, die die Briten dort in einer Vielzahl entstehen lassen, um sie dann überteuert zu verkaufen, aber auch richtige ungepflegte und heruntergekommene Flächen – beides wechselte sich immer wieder ab.
Protaras selbst empfing uns in abendlicher Stimmung. Der Strand war gesäumt von Hotels und das unsere erwartete uns im Baustil, der einem Schiff ähnelte. Das Personal war äußerst freundlich und obwohl die Zeit für das Abendessen längst überschritten war, wurden wir doch noch bewirtet und bekamen einen ersten Eindruck von den im Hotel üblicherweise gereichten Speisen – die sehr britisch waren. Überhaupt haben wir im Laufe der Tage festgestellt, dass Zypern fest in der Hand britischer Touristen zu sein scheint, weswegen man auch an allen Ecken am besten mit der englischen Sprache zurechtkommt und man sich deutsch fast gar nicht verständlich machen kann. Aber ich finde das in Ordnung. Die meisten Deutschen gehen in ihren Urlaubsländern davon aus, dass alle Gastgeber die deutsche Sprache beherrschen. Wenn sie aber selbst Gastgeber in Deutschland für Ausländer sind, erwarten sie seltsamerweise a u c h, dass die Besucher deutsch können – ich finde das reichlich überheblich. Wenn ich in ein Land reise, finde ich persönlich es richtig, wenn man sich als Besucher an die Gegebenheiten des jeweiligen Landes anpasst – und man sollte wenigstens einige wenige Worte wie „bitte“, „danke“ u.ä. in der Landessprache verwenden.

Am ersten Morgen unseres Urlaubs nahmen wir sofort Kontakt zur Tauchschule auf. Schon von Deutschland aus hatte ich mich per Mail unter Herbies Diving Paradise gemeldet und bereits dieser Kontakt verlief überaus herzlich. Nun wollten wir uns selbst überzeugen, ob das Internet uns zu viel versprochen hatte. Die Seite von Herbie hatte ich genau „studiert“, einen Bericht eines Tauchers gelesen, der selbst dort war, ich hatte die E-Mails – und nun wollten wir Herbie kennenlernen!
Um es vorweg zu nehmen: wir wurden in keiner Weise auf irgendeine Art enttäuscht! Alles, was wir uns erhofft und vorgestellt hatten, trat wie erwartet oder sogar besser ein. Natürlich klappte alles wie versprochen – das begann mit dem pünktlichen Abholen vom Hotel. In der Tauchschule angekommen war es, als kämen wir in unsere eigene Familie, so herzlich wurden wir empfangen. Okay, Taucher unter sich s i n d wie eine Familie, aber irgendwie war es bei Herbie besonders. Durch die Mails im Vorfeld war es, als kennen wir uns schon eine Weile und man merkte wirklich, wie Herbie sich freute, uns zu begrüßen und wie viel ihm als Taucher, nicht in erster Linie als Geschäftsmann, daran lag, dass dieser Tauchurlaub ein voller Erfolg wurde.
Bei ihm ist es tatsächlich so, dass jeder Tauchgang ein individueller ist. Herbie stellt keine Gruppen zusammen, in denen man dann tauchen muss. Wenn man einen eigenen Tauchführer will, dann bekommt man ihn, das ist bei ihm selbstverständlich. Deshalb kann man auch seine Wünsche, den Tauchplatz betreffend, ganz persönlich festlegen – und wenn jemand halt alle Tauchgänge an einem Platz machen möchte, wird Herbie ihm andere empfehlen, aber die Entscheidung überläßt er dem Taucher selbst.

Foto: das Meer


Foto: das Meer


Foto: Kirche

Ich muss sagen, dass es eine tolle Atmosphäre in seiner Tauchbasis war und wir jedem Taucher, der auf Zypern tauchen will, diese Tauchschule sehr empfehlen und ans Herz legen können. Natürlich waren wir auch vom technischen Standart sehr überzeugt und wußten, dass wir in jeder Art und Weise in guten Händen sind. Dazu trugen sehr wesentlich auch die Tauchführer Daniel und Tom bei, mit denen wir unsere Tauchgänge erlebten (naja, mein Begleiter mehr als ich, denn bei mir reichte es wegen meiner Atemprobleme leider nur zum Schnorcheln – aber ich war überall dabei :-)).
Daniel, ein sehr netter junger Mann mit einer großen Vielfalt an Taucherfahrung, und Tom, ein Brite, der auf Zypern lebt und prima deutsch spricht, waren zwei tolle Tauchführer, bei denen man sich absolut sicher fühlen konnte und die sehr umsichtig dafür sorgten, dass alles wunderbar klappte und die Tauchgänge auch Erlebnisse wurden. (Nur am Rande – Tom brachte mir sogar von einem privaten Ausflug einige Stücke vom Kaktus mit, dessen Milch ich auf sein Anraten auf meine sonnenallergiegeplagte Haut auftrug, was mir sehr gut half. Soviel zur Sorge um unser Wohlergehen :)).
Meinen Begleiter zog es nach der Erkundung der um Protaras gelegenen Tauchplätze besonders zum versenkten Schiffswrack der „Zenobia“, die vor Larnaca liegt und eines der begehrtesten Tauchziele auf Zypern ist. Von der Tauchbasis aus fuhren wir mit dem Auto nach Larnaca, wo ein großer Katamaran Taucher aus verschiedenen Tauchbasen aufnahm und mit ihnen zur „Zenobia“ fuhr. Unweit des Wracks ging er vor Anker und der Tag war so geplant, dass zwei Tauchgänge durchgeführt wurden und wir zusätzlich mit köstlichem landestypischen Essen und Getränken versorgt wurden.
Organisatorisch war alles perfekt vorbereitet und auch hier an Bord merkte man, dass Herbie größten Wert darauf legt, dass seine Taucher absolut sicher ihre Tauchgänge absolvieren können, was techniche Ausrüstung und Begleitung angeht.
Die „Zenobia“ ist ein sehr eindrucksvolles Tauchziel, das erfährt man schon beim Briefing. Auch wenn ich selbst nicht unten war, so hatte ich das Glück, wegen der ausgezeichneten Sicht auch beim Schnorcheln das Wrack sehen zu können. Natürlich blieben Besonderheiten wie LKWs auf dem Deck oder immer noch herumliegende Eier (tatsächlich) von mir unentdeckt, aber die Taucher berichteten natürlich ausgiebig davon – wie von allen anderen beeindruckenden Erlebnissen bei diesen Tauchgängen um und durch die „Zenobia“.

Wenn wir vom Tauchen zurück waren und wieder zum Hotel wollten, nahmen wir Herbies Service, uns dorthin zu fahren, nicht in Anspruch, sondern liefen am Strand entlang.

Foto: Weg direkt am Meer
Weg direkt am Meer

Von der Tauchschule führte ein sehr schöner Weg direkt am Meer zum Hotel und es war jeden Tag ein herrlicher Spaziergang, auch wenn man sich sehr vor der Sonne schützen musste. In einer kleinen Bucht auf diesem Weg fanden wir ein traumhaftes kleines Gartenlokal, in dem wir immer eine Pause machten, eine Kleinigkeit aßen und tranken, auf das Meer schauten und die Ruhe genossen. Dieser Garten hatte wunderschönen Rasen, auf dem man herrlich barfuß laufen konnte, auch wenn man sich erst daran gewöhnen musste, dass die Grashalme dort viel dickfleischiger sind, als wir sie kennen – also gar keine richtige „Halme“ waren, und trotzdem weich (mancher Leser wird jetzt denken, dass das völlig unwesentlich ist – für mich aber war es eine der „Kleinigkeiten“, die ich genossen habe).

Den Rest des Tages – wir waren meistens am späten Nachmittag vom Tauchen zurück – verbrachten wir am Strand des Hotels. Es waren nur ein paar Schritte bis zum Wasser, das wunderbar sauber und warm war. Es gab an diesem ganzen Strandabschnitt viele Möglichkeiten, sich unterhalten zu lassen und bei nur flüchtigem Hinschauen aus der Ferne hatte man den Eindruck, der Strand wäre überfüllt und laut. Aber ganz das Gegenteil war der Fall. Ich bin ganz sicher kein Freund von Stränden, an denen man wie die Heringe liegt und ständig zu etwas animiert werden soll. Deshalb kann ich wirklich mit gutem Gewissen versichern, dass man dort in Protaras herrlich relaxen und baden kann.
Das „Vrissiana Beach“-Hotel hatte natürlich auch einen eigenen Pool, aber da man auf der kostenlosen Liege nur ca. 20 Meter vom Wasser entfernt und unter Sonnenschirmen lag, habe ich keinen Gedanken daran verschwendet, diesen Pool zu nutzen. Gerade auch wegen des Meeres und des Strandes war ich ja nach Zypern gereist!
Da der Sandstrand meinen Wünschen entsprach, stellte ich mir auch schon die romantischen Spaziergänge am Abend vor, bei denen man im Mondschein durch das noch immer warme Wasser gehen konnte und mit den leise aufschlagenden Wellen die Ruhe der Nacht genießen konnte.

Nun, daraus wurde leider nichts ...

Ich erwähnte ja zu Beginn, dass unser Hotel eines der vielen an diesem Strand war. Aus diesem Grund lag entlang der Hotels auf der anderen Seite die Einkausmeile von Protaras. So weit, so gut.
Aber während man tagsüber kaum Menschen auf dieser Straße sah, wimmelte es in den Abendstunden und bis in die späte Nacht dort von Besuchern.
Auf dieser Straße reihten sich Souveniershops und andere Läden aneinander, Bars, Cafés, Tanzclubs, Restaurants ... das Angebot war wirklich sehr vielfältig – aber es war auch sehr laut dort. In jeder Bar lief eine andere Musik. In einer gab es Karaokeveranstaltungen, in einer anderen Diskotanz, nebenan lief ein Film in voller Lautstärke auf mehreren Fernsehgeräten – nirgendwo konnte man wirklich IN RUHE sitzen. Das war der Nachteil dieses Urlaubs in Protaras ... aber der einzige :-).
Die Musik(en) waren bis an den Strand zu hören, egal, wie weit man am Strand entlang lief – es wechselten nur die Titel – romantische Stille gab es nirgendwo. Okay, vielleicht ab 2 Uhr morgens (so lange ging es in der unserem Hotel am nächsten gelegenen Bar lautstark zur Sache), aber da waren wir dann doch schon zu müde, um noch spazieren zu gehen ...
Selbst bei unserem Aufstieg zur Elias Kirche, die bei Nacht herrlich angestrahlt wurde, hörten wir, dort angekommen, die Musik aus der Einkaufsstraße.

Foto: Elias Kirche
Elias Kirche

Wir verweilten trotzdem eine Weile auf dem kleinen Berg und genossen den Blick auf das nächtliche Protaras direkt am Meer. Rings um die Kirche standen Bäume, an denen überall weiße Zettel befestigt waren, auf denen die Besucher ihre Wünsche dagelassen haben, in der Hoffnung, dass sie sich erfüllen mögen. In der nächtlichen Stimmung wäre wohl auch ich dieser Tradition gefolgt, leider hatte ich aber nicht das winzigste Stück Papier dabei, um einen meiner Wünsche dort zu „verewigen“ ...

An unserem letzten Abend gönnten wir uns noch ein abendliches Highlight, indem wir die Wasser-Laser-Musik-Show besuchten. Das war ein tolles Erlebnis, künstlerisch sehr eindrucksvoll umgesetzt und wirklich sehenswert.

Alles in allem war es wirklich ein sehr schöner Urlaub auf Zypern (wenn auch, wie immer, eine Woche gar nicht reicht, um sich richtig zu erholen und noch mehr vom Land und seinen Menschen zu erfahren).

Foto: Blick auf's Meer
Blick auf's Meer

Die Gastfreundlichkeit der Einheimischen nicht nur in den Hotels, das Land selbst, mit seiner spröden und stellenweise doch sehr blühenden Natur, das Meer und natürlich die Taucherlebnisse, die uns Herbie ermöglicht hat, haben auch diese Tage unvergesslich gemacht.

Zypern – gerne wieder ...

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