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Reisebericht Malediven

Auf den Malediven ankommen und das Paradies erleben

So wirklich kann ich nicht beschreiben, wie es war, als sich einer meiner größten Träume erfüllte. Ein Traum, den ich seit Jahren in mir trug und der Fernweh und Sehnsucht nach türkisblauem Wasser, Wärme, Palmen und weißem Sandstrand in einem Wort vereint – Malediven.

Wie schwer es ist, eine solche Reise zu planen, merkte ich schon, als es darum ging, sich für eine der vielen Inseln zu entscheiden. Wochenlang wurden Reiseberichte "studiert" um herauszufinden, welche wohl die schönste Insel sei, auf der kein Wunsch offen bleiben wird. Ich nehme es vorweg – es war unmöglich, das nach dem Lesen zu entscheiden. Das verwundert ja auch nicht wirklich, denn jeder Mensch hat ganz eigene Vorstellungen von dem, was für ihn traumhaft ist. Am Ende stellte ich eine Liste von Inselnamen zusammen, die ich mir für unsere Reise vorstellen konnte, eine „Prioritätenliste“. Hört sich ziemlich sachlich an, aber das war es nicht wirklich, denn jede der ausgewählten Inseln hatte aus unserer Sicht ihre Vorzüge und es war schwer, eine nach der anderen zu streichen, denn da gab es ja noch die gar nicht kleine Schwierigkeit, passende Flüge zur passenden Zeit und freie Unterkünfte unter einen Hut zu bringen.

Am Ende war es möglich, dies alles auf einer Insel zu finden, die auf unserer Liste Rang 3 einnahm, die sich aber als absolute Nummer 1 herausstellte und für mich die Erfüllung meines Traumes bedeutet ... Vilamendhoo.

Natürlich war der Non-Stop-Flug ab Frankfurt sehr anstrengend, aber da wir wußten, wohin er uns bringt, überstanden wir die Strapaze ganz gut. Natürlich war es ein kleiner Schock, als wir auf Male landeten und es ... REGNETE, aber ich blieb "unerschütterlich" (im Gegensatz zu anderen Reisenden), da es für mich einfach außer Frage stand, dass das in meinen Augen nur eine Momentsache sein konnte. Natürlich wunderte ich mich ein wenig, als der Regen auch während des Fluges mit dem Wassertaxi zur Insel nicht aufhörte und wir mit großen Regenschirmen in Empfang genommen wurden, aber ich WUSSTE vom ersten Augenblick unserer Ankunft an, dass wir auf einer Insel angekommen waren, die unbeschreiblich schön und genau SO war, wie ich sie mir erträumt hatte. Ich irrte mich nicht - falls jemand bis hierher beim Lesen den Eindruck gewonnen hat.

Übrigens – der Regen dauerte einen Vormittag (an unserem Anreisetag) und dazwischen gab es an einem Tag mal einen kurzen und heftigen Schauer ... meine Urlaubsstimmung hat das in keiner Weise beeinträchtigt :-). Auch nicht, dass es in unserer Zeit keinen Cappuccino in der Bar gab, obwohl er auf der Karte stand – also ehrlich, von solchen Kleinigkeiten hängt doch nicht ab, wie ich eine Malediveninsel bewerte und ob es ein gelungener Urlaub war ...

Eigentlich hatten wir uns gewünscht (und auch versucht zu reservieren), Bungalow 129 zu bekommen. Das hat nicht geklappt und als unsere Koffer in eine ganz andere Richtung zu Bungalow 5 transportiert wurden, war ich doch ganz kurz ein wenig enttäuscht. Aber was soll ich sagen – auch das stellte sich als absoluter Glücksfall heraus. Wir hatten ein offenes Bad – eine absolut tolle Erfahrung – und unser kleiner „Privatstrand“ hätte schöner nicht sein können. Da jeder Bungalow eigene Liegen hatte, die ständig am Wasser blieben, zu dem es nur ein paar Schritte waren, gab es zum Glück auch nicht das anderswo schon erlebte unangehme Reservierungsgerangel, das viele deutsche Urlauber so an sich haben.

Die Insel war herrlich ...
Das Grün der Bäume, das türkisblaue Wasser, der weiße Sand – ich war in meinem Traum angekommen ... ich ERLEBTE ihn. Ich konnte es kaum glauben und es gab keine Minute lang einen Zweifel für mich, dass dieser Urlaub keinen Wunsch offen lassen würde.

Um mal etwas sachlich zu werden, hier nur ein paar Fakten: das Essen war ausreichend und auch abwechslungsreich – leider erlag ich der Versuchung der tollen Nachspeisen recht oft :-). Die Sunsetbar war unser abendlicher Anlaufpunkt, und obwohl wir keinen der so toll beschriebenen Sonnenuntergänge erlebten, ist diese Bar trotzdem ein herrlicher Ort, um den Tag ausklingen zu lassen (okay, ich stimme denjenigen zu, die die Betonklötze nicht gerade passend fanden, aber je dunkler es wurde, um so weniger sah man sie ja :)). Der Bungalow war einfach eingerichtet, aber ich hatte kein Problem damit. Es war sauber, das war wichtig. Anfangs dachte ich, die Geckos könnten für mich ein Problem werden, aber zum Glück hatten wir keinen im Bungalow und auch Mücken hielten sich fern. Zwei Empfehlungen an dieser Stelle – wenn der Moskitomann seine tägliche Runde dreht, schnell zum Wasser "flüchten", um nicht eingenebelt zu werden, und für den Sonnenschutz einen hohen Lichtschutzfaktor wählen. Wir hatten den höchsten, sind trotzdem braun geworden und die Bräune blieb einige Monate erhalten.

Man kann auf der Insel wunderschöne Spaziergänge machen, auch wenn sie recht klein ist. Das Innere bietet schön angelegte Wege mit recht wilder Vegetation rechts und links. Ich las kürzlich von Schmutz bzw. Ungepflegtheit und muss sagen, dass ICH das nicht so empfunden habe, obwohl meine Ansprüche nicht gerade gering sind.

Obwohl zu unserer Reisezeit Ende November die Insel ausgebucht war, hatte ich immer das Gefühl, ungestört zu sein und auch beim Essen empfand ich die Zusammenkunft aller Urlauber nicht als unangenehm. Allerdings muss ich dazu sagen, dass der uns zugewiesene Sitzplatz im Außenbereich war (übrigens zusammen mit den total sympatischen Franzosen Carol und Bernard) was sicherlich ein Vorteil war.

Beeilen mussten wir uns, um noch Plätze für die angebotenen Ausflüge zu bekommen, da muss man sich wirklich schnell entscheiden. Glücklicherweise konnten wir an dem Ausflug zu einer Insel teilnehmen, auf der nur Einheimische leben und wo man einen kleinen Einblick in die Lebensgewohnheiten bekam. Die Fahrt mit dem Dhoni dahin ist allein schon eine interessante Erfahrung, die Menschen in dem Dorf zu erleben und von unserem Reiseführer auf sehr charmant-schüchterne Art etwas über ihr Leben zu erfahren, machte diesen Tag zu einem sehr schönen Erlebnis. Allerdings sollte man einigermaßen englisch verstehen und sich auch verständlich machen können, denn mit der deutschen Sprache kommt man nicht wirklich weit. Der Stop auf der Insel Lily Beach war nicht unbedingt das, was man sich davon versprochen hatte, denn die "Schildkrötenfarm" hatten wir uns doch etwas anders vorgestellt. Aber trotzdem hatte auch dieser Besuch etwas Gutes – die Insel stand auf unserer Auswahlliste vor Vilamendhoo und ich war froh, dass wir dort nicht gebucht hatten, denn „unsere“gefiel mir VIEL besser.
Ein anderer Ausflug führte uns auf eine Robinsoninsel. Ganz ehrlich – diesen Ausflug sollte man sich nicht entgehen lassen. Nicht nur wegen der Unberührtheit, der herrlichen Vegetation und Unterwasserwelt – auch die Mühe, mit der uns die Malediver ein Barbecue zubereiteten, war ein einmaliges Erlebnis.

Ich selbst bin auf Vilamendhoo nicht getaucht, aber die Tauchschule und Erlebnisse der Taucher lassen keinen anderen Schluss zu, als dass Tauchen dort tolle Begegnungen mit Manta(s) und auch Hai(en), beeindruckenden Fischschwärmen und einer wunderschönen Unterwasserwelt garantiert.

Meine ganz persönlichen Highlights auf der Insel waren meine wunderbar ruhigen und absolut zum Abschalten und Relaxen geeigneten Stunden am Strand und im Wasser ... und meine einmalig schönen Schnorchelerlebnisse. Das Hausriff von Vilamendhoo, nur wenige Meter vom Ufer entfernt, bietet vielen Fischarten unterschiedlichster Größen und herrlichster Farben ein zu Hause, die Korallenvielfalt ist groß und auch ich sah beim Schnorcheln eine Riesenschildkröte und einen Babyhai. Ich konnte mich nicht satt sehen und habe manchmal so lange geschnorchelt, bis ich sogar in dem warmen Wasser ins Frieren kam.

Für uns war Vilamendhoo jede Minute unseres Urlaubs wert und ich bin unsagbar dankbar, dass ich dieses Stückchen Paradies kennengelernt habe.
EIN Beweis dafür ist, dass wir dieses Jahr wieder für diese Insel gebucht haben ...

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